Bau- und Architektenrecht: Witterungsschutz ist keine Auftraggeberpflicht

Der Auftraggeber ist nicht dafür verantwortlich, während der Bauwerkserstellung für einen entsprechenden Schutz vor außergewöhnlich ungünstigen Witterungslagen, wie beispielsweise Frost, Eis und Schnee zu sorgen. Dies gilt zumindest dann, wenn nicht explizit etwas anderes vereinbart wurde. In dem zugrunde liegenden Fall verlangte der Auftragnehmer vom Auftraggeber eine Nachtragsvergütung für die Mehrkosten, die durch eine witterungsbedingte Bauverzögerung entstanden waren. Ohne Erfolg. Der Auftraggeber habe nicht für unvorhergesehene Witterungsverhältnisse einzustehen. Er ist in einem solchen Fall nicht verpflichtet, das Baugrundstück in einem bebaubaren Zustand zu halten. Somit trägt im Regelfall der Auftragnehmer das wirtschaftliche Risiko von schlechten Witterungsverhältnissen.

Praxistipp

Auftragnehmer sollten auf eindeutige Regelungen zum Thema Witterungsschutz bei der Erstellung ihrer Verträge achten. Mögliche Unklarheiten und Streitigkeiten über die Kosten für den Witterungsschutz können so von vornherein ausgeschlossen werden. Zudem kann hiermit das wirtschaftliche Risiko zugeordnet und verteilt werden.

Datum: 14.06.17

Autor: Felix Blaschzyk - blaschzyk@bethge-legal.com

Fundstelle: BGH, Urteil vom 20.04.2017, VII ZR 194/13 - www.bundesgerichtshof.de

 

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