Makler- und Bauträgerrecht: Provisionsanspruch, wenn Auftraggeber nicht selbst kauft

Wird ein Maklervertrag nicht mit dem Käufer eines Grundstückes, sondern einem Dritten geschlossen, bekommt der Makler seine Provision nur, wenn zwischen dem Käufer und dem Auftraggeber des Maklers ein enges (persönliches) Verhältnis besteht. Im konkreten Fall wurde ein Makler damit beauftragt, an die im Ausland lebende Schwester des Auftraggebers eine Immobilie zu vermitteln. Aufgrund der Vermittlung erwarb die Schwester – vertreten durch ihren Bruder – das Objekt. Hier muss der Bruder zahlen, denn zwischen den Geschwistern besteht eine enge persönliche Beziehung.

Kommentar

Im Normalfall wird die Maklerprovision nur fällig, wenn der Auftraggeber selbst den Kaufvertrag über das vermittelte Objekt abschließt. Etwas anderes gilt nur, wenn von einer sogenannten personellen oder wirtschaftlichen Identität zwischen dem Auftraggeber des Maklers und dem Käufer des Objektes ausgegangen werden kann. Makler sollten in der Praxis genau auseinander halten, wer ihr Vertragspartner ist und in welchem Verhältnis dieser zum Käufer steht. Die Rechnung ist dann natürlich an den Auftraggeber zu richten, nicht an den Käufer. Dies wird in der Praxis durchaus öfter verwechselt.

Datum: 29.11.17

Autor: Veronika Thormann - thormann@bethge-legal.com

Fundstelle: OLG Schleswig, Beschluss vom 03.04.2017, 16 W 43/17, BeckRS 2017, 125545

 

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