Makler- und Bauträgerrecht: Widerrufsbelehrung von ImmobilienScout24 nicht ausreichend

Ein Makler muss die Widerrufsbelehrung eines online geschlossenen Maklervertrages so eindeutig gestalten, dass erkennbar ist, für welchen Vertrag die Widerrufsbelehrung gelten soll. Tut er das nicht, kann der Verbraucher den Vertrag innerhalb von 12 Monaten und 14 Tagen widerrufen. Im konkreten Fall wurde in der Widerrufsbelehrung am Ende der Bestätigungsmail von ImmobilienScout24 nur auf einen nicht näher spezifizierten Vertrag Bezug genommen. In Frage kamen deshalb ein Maklervertrag, ein Kaufvertrag oder ein Vermittlervertrag. Dementsprechend konnte sich der Verbraucher auch fünf Monate nach Abschluss des Maklervertrages und der vollständigen Leistung des Maklers vom Vertrag lösen.

Kommentar

Im Rahmen von Fernabsatzverträgen sind Verbraucher besonders geschützt. Makler, die ihre Kunden über Plattformen wie ImmobilienScout24 akquirieren, sollten vor dem Hintergrund dieser Rechtsprechung besonders darauf achten, dass sie eine den gesetzlichen Anforderungen genügende Widerrufsbelehrung - etwa mit dem ersten Exposé - an ihre Kunden übersenden. Ansonsten können sich Verbraucher im Ernstfall auch ein Jahr nach der Beauftragung und der vollständigen Leistung des Maklers von ihrem Vertrag lösen. Der Makler geht dann leer aus.

Datum: 05.09.18

Autor: Veronika Thormann - thormann@bethge-legal.com

Fundstelle: OLG Naumburg, Urteil vom 01.06.2018, 7 U 13/18, IBRRS 2018, 2130

 

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