Bau- und Architektenrecht: Dachkonstruktion ohne Detailpläne errichtet – Mitverschulden des Bauherrn?

Ist dem Bauherrn bekannt, dass eine in der Genehmigungsplanung vorgesehene Dachkonstruktion nicht durchführbar ist, trifft ihn ein Mitverschulden, sofern dadurch Baumängel auftreten. Im vorliegenden Fall war dem Bauherrn bekannt, dass die Dachkonstruktion in der Genehmigungsplanung nicht ausführbar war. Statt den Architekten zur Anfertigung einer neuen Planung aufzufordern, ließ er es zu, dass eine von den Plänen abweichende Dachkonstruktion ohne Detailplanung errichtet wurde. Das Oberlandesgericht München entschied, dass den Bauherrn in diesem Fall ein Mitverschulden treffe. Dieses Mitverschulden entfalle auch dann nicht, wenn der bauaufsichtführende Architekt und der ausführende Unternehmer nicht auf Vorlage einer Detailplanung vor Ausführung des Daches bestanden haben.

Kommentar

Es obliegt dem Bauherrn, dem bauaufsichtführenden Architekten und dem ausführenden Unternehmer, ordnungsgemäße Pläne als Grundlage für deren Leistung zur Verfügung zu stellen. Der Bauherr muss eine neue, durchführbare Planung für das Dach anfertigen lassen, wenn ihm bekannt ist, dass die in der Genehmigungsplanung vorgesehene Dachkonstruktion nicht ausführbar ist.

Datum: 12.12.18

Autor: Dorothee Klumpe - klumpe@bethge-legal.com

Fundstelle: OLG München, Urteil vom 24.10.2018, 20 U 966/18 Bau, BeckRS 2018, 26527

 

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